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DIE ANGSTGESELLSCHAFT - Warum immer mehr Menschen unter Ängsten leiden

Hand die vermittelt in Angst unterzugehen

Jeder Mensch kennt Angst und grundsätzlich ist Angst etwas völlig Normales und sogar gesundes. Sie schützt uns. Angst ist also etwas sehr Hilfreiches, denn ohne sie würden wir grosse Risiken eingehen oder unüberlegte Entscheidungen treffen.


Problematisch wird es erst, wenn die Angst überhandnimmt und wir irrationale Ängste entwickeln. Also Ängste vor Dingen, die uns eigentlich keine Angst machen sollten. Solche Ängste entstehen oft scheinbar grundlos. Betroffene können häufig keinen konkreten Auslöser nennen, weil die Angst plötzlich und wie aus dem Nichts auftaucht.


Wie bereits erwähnt, ist Angst jedoch immer ein Schutzmechanismus. Sie will uns vor etwas schützen. Vor einer Situation, einer Erfahrung oder auch vor bestimmten Emotionen.

Auch wenn Betroffene oft das Gefühl haben, dass ihre Angstzustände ohne Grund entstanden sind, gibt es meist einen tieferliegenden Auslöser. Dieser Ursprung liegt nicht selten in der Kindheit. Das können emotionale Verletzungen, belastende Erfahrungen oder prägende Ereignisse sein, die unser Unterbewusstsein abgespeichert hat.


WENN DIE ANGST ÜBERHAND NIMMT

In einer Gesellschaft, in der täglich Ängste geschürt werden, überrascht es nicht, dass immer mehr Menschen unter Ängsten und Angststörungen leiden.


Ob durch Nachrichten, Social Media, Werbung oder andere Medien. Ständig werden wir mit Krisen, Gefahren und negativen Schlagzeilen konfrontiert.


Dazu kommt die zunehmende soziale Vereinsamung. Wir sind zwar jederzeit erreichbar und scheinbar miteinander verbunden, doch gleichzeitig fühlen sich viele Menschen einsamer denn je.


All diese Faktoren können Ängste begünstigen und bestehende Ängste zusätzlich verstärken.


WIE KOMME ICH GEGEN MEINE ÄNGSTE AN?

Ein Leben in ständiger Angst ist unglaublich anstrengend. Die Angst schränkt nicht nur deine Lebensqualität ein, sondern oft auch deine Freiheit.


Dein Nervensystem befindet sich dauerhaft in Alarmbereitschaft und dein Körper steht unter ständiger Anspannung. Das kann nicht nur psychische, sondern auch körperliche Auswirkungen haben.


Schlafstörungen, Verspannungen, Verdauungsprobleme, Herzrasen oder andere körperliche Beschwerden sind häufige Begleiter von anhaltender Angst. Besonders dann, wenn die Angst so stark wird, dass Panikattacken auftreten.


Auf Dauer kann diese emotionale und körperliche Belastung den gesamten Organismus schwächen und weitere gesundheitliche Probleme begünstigen. Deshalb ist es wichtig, als Erstes dein System zu stabilisieren, Stress zu reduzieren und dein Nervensystem zu regulieren. In einem zweiten Schritt gilt es, die eigentliche Ursache hinter der Angst zu erkennen. Denn nachhaltige Veränderung entsteht nicht dadurch, dass wir immer wieder über unsere Angst sprechen. Veränderung entsteht dann, wenn wir auf der Ebene des Unterbewusstseins neue Erfahrungen machen und neue Gefühle mit dem verknüpfen, was bisher Angst ausgelöst hat.


Erst dann kann sich die Qualität der Angst verändern und das System lernen, dass heute keine Gefahr mehr besteht.


DER UMGANG MIT ANGST

Viele Menschen warten darauf, dass die Angst irgendwann vollständig verschwindet. Dass sie eines Tages aufwachen und endlich keine Angst mehr spüren.


Doch Angst gehört zum Menschsein dazu.


Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob du jemals wieder Angst haben wirst. Die Frage ist vielmehr, wie du mit ihr umgehst, wenn sie auftaucht.


Lässt du dich von ihr kontrollieren? Oder erkennst du sie als Signal deines Systems und kannst bewusst damit umgehen?


Je besser wir uns selbst kennenlernen, unsere Muster verstehen und lernen unser Nervensystem zu regulieren, desto weniger Macht hat die Angst über unser Leben. Nicht weil sie nie mehr auftaucht, sondern weil wir ihr nicht mehr hilflos ausgeliefert sind.


MEINE EIGENE ERFAHRUNG MIT ANGST

Angst begleitet mich schon einen grossen Teil meines Lebens.


Bereits als Jugendliche litt ich unter Ängsten. Damals waren es vor allem Verlustängste. Später kamen Ängste rund um Krankheit und Tod dazu. Über viele Jahre war die Angst ein ständiger Begleiter in meinem Leben. Oft kreisten meine Gedanken unaufhörlich um mögliche Gefahren, schlimme Szenarien oder Dinge, die passieren könnten.


Heute weiss ich, dass die Angst nie das eigentliche Problem war. Sie war ein Symptom. Ein Schutzmechanismus meines Systems.


Der grösste Wendepunkt kam für mich, als ich aufhörte, gegen die Angst zu kämpfen, und begann zu verstehen, was sie mir eigentlich sagen wollte und sie als einen Teil von mir annahm.


Durch meine eigene Bewusstseinsarbeit, die Arbeit mit dem Unterbewusstsein und das Auflösen alter emotionaler Muster durfte ich erkennen, wo viele meiner Ängste ihren Ursprung hatten. Trotzdem wäre es nicht ehrlich zu behaupten, dass Angst heute kein Thema mehr für mich ist. Auch heute gibt es Situationen oder Ereignisse, die alte Ängste wieder aktivieren können. Der Unterschied ist, dass ich sie heute besser verstehe und anders mit ihnen umgehen kann.


Persönlichkeitsentwicklung und innere Heilung sind aus meiner Sicht kein Sprint mit einem klaren Ziel, sondern eher ein Marathon. Ein ständiges Dranbleiben. Ein immer wieder bewusstes Hinschauen.


Genau deshalb sehe ich manche Versprechen kritisch, die vermitteln, dass man einmal ein Coaching oder eine Therapie macht und danach für immer geheilt ist. Meine Erfahrung ist eine andere. Innere Arbeit ist für mich eine Art Seelenfitness. Ganz ähnlich wie beim körperlichen Training. Wenn wir unsere Muskeln stärken möchten, reicht es nicht, einmal ins Fitnessstudio zu gehen. Wir dürfen regelmässig etwas dafür tun. Hören wir komplett damit auf, baut der Körper wieder ab. Genauso erlebe ich es mit unserem Inneren. Es ist wichtig, das eigene Bewusstsein immer wieder aufzuräumen, sich selbst zu reflektieren, das Nervensystem zu regulieren und gut für sich zu sorgen. Nicht aus Angst, sondern weil das Leben immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringt.


Die gute Nachricht ist: Je länger wir diesen Weg gehen, desto stabiler werden wir. Die Ängste verlieren an Macht. Wir verstehen uns selbst besser und können viel schneller erkennen, was gerade wirklich in uns passiert.


Genau deshalb liegt mir dieses Thema so am Herzen. Weil ich aus eigener Erfahrung weiss, wie belastend Ängste sein können. Aber auch, wie viel möglich wird, wenn man beginnt, die Ursachen dahinter zu verstehen und auf einer tieferen Ebene damit zu arbeiten. Denn hinter der Angst wartet oft nicht ihre vollständige Abwesenheit, sondern etwas viel Wertvolleres: mehr Freiheit, mehr Vertrauen und mehr Selbstbestimmung.

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