Lebst du wirklich dein wahres Ich oder nur eine Rolle?
- Jen
- 19. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Kennst du das?
Im Kindes- oder Jugendalter werden wir ganz oft in eine Rolle gedrängt. Da gibt es die richtig coolen Kids, zu denen alle aufschauen und unbedingt dazugehören möchten. Dann gibt es die Streber, die Sportlichen, die Schüchternen und die Aussenseiter.
Ich erinnere mich noch gut an diese Zeit.
Als eher schüchternes Kind gehörte ich ganz sicher nicht zu den ganz Coolen. Als Sportmuffel auch nicht zu den Sportlichen. Für die Streber war ich zu wenig gescheit und eine Aussenseiterin war ich ebenfalls nicht.
Irgendwie wurde ich im Mittelfeld angesiedelt.
Das schüchterne Mädchen, das unbedingt dazugehören wollte, sich aber eigentlich nie wirklich in einer Gruppe wohlfühlte. Und obwohl ich mir diese Rolle nie ausgesucht hatte, wurde sie mir irgendwie auferlegt.
Was mir erst viele Jahre später bewusst wurde: Diese Rolle haftete mir noch jahrelang an.
Auch als ich bereits einen Beruf ausübte, selbstbewusster wurde und mich persönlich weiterentwickelte, bemerkte ich, dass ich immer wieder in diese alte Rolle zurückrutschte, sobald ich in mein altes Umfeld kam.
Plötzlich war sie wieder da.
Die schüchterne Jenny.
Erst ein Wohnortwechsel, ein neues Umfeld und eine neue berufliche Ausrichtung eröffneten mir die Möglichkeit, mein neues und viel echteres Ich zu entfalten und zu leben. Ich ging sogar so weit, meinen Rufnamen von Jenny auf Jen zu ändern, um mich noch stärker von meinem alten Ich zu distanzieren. Ich habe damals für mich die bewusste Entscheidung getroffen, ein neues Ich zu kreieren. ein Ich in dem ich mich wohler fühlte, in dem ich wirklich ich sein darf, so wie ich eben bin.
Und trotzdem passiert es mir auch heute noch. Wenn ich zurück in meinen alten Wohnort gehe, beispielsweise an ein Schülertreffen oder ein Dorffest, habe ich manchmal das Gefühl, wieder in mein altes Ich gedrängt zu werden. Schliesslich kennen mich die Menschen dort nur so.
Aber wieso eigentlich?
Wieso haftet diese alte Rolle so fest an mir, obwohl ich mittlerweile weiss, dass ich ganz anders bin?
Mutig.
Selbstbewusst.
Klar.
Und mit dem Wissen, dass ich gut bin, so wie ich bin. Diese Rolle war prägend und haftet wie eine Konditionierung an mir. Zwar längst nicht mehr so stark wie noch vor ein paar Jahren und sie verliert immer mehr an Bedeutung.
Aber irgendwo im Hinterkopf ist sie manchmal noch da.
Was ich dir damit sagen möchte:
Frage dich einmal ganz ehrlich: Lebst du wirklich dein wahres Ich? Oder lebst du auch eine Rolle? Eine Rolle, die dir irgendwann von anderen zugeschrieben wurde. Die Brave. Die Starke.
Die Schüchterne. Die Perfekte. Die Vernünftige. Die Harmoniebedürftige.
Und vielleicht hast du diese Rolle mittlerweile so oft gespielt, dass du glaubst, sie zu sein. Aber bist du das wirklich? Oder steckt unter all den Erwartungen, Anpassungen und Geschichten vielleicht noch jemand ganz anderes?
Jemand, der mutiger ist. Freier. Echter.
Aber vielleicht geht es auch gar nicht darum, jemand Neues zu werden.
Vielleicht geht es vielmehr darum, wieder die zu werden, die du schon immer warst, bevor dir andere erzählt haben, wer du sein solltest.
Du darfst dich jeden Tag neue entscheiden. Eine bewusste Entscheidung ist oft ein erster Schritt. Danach benötigt es natürlich auch Mut und manchmal auch Begleitung oder Unterstützung, um dein wahres Ich wirklich zu leben. Aber hey, genau dafür bin ich hier, um dich auf diesem Weg zu begleiten, wenn du dies möchtest.


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